Steuerfreiheit, Löhne senken, Arbeitszeit verlängern – Economiesuisse mit dem Rundumschlag

Erstellt am August 28, 2011

Noch immer könnte man sich ärgern über die Unternehmenssteuerreform II, die nicht die KMU entlastet, sondern die grossen Konzerne. Den Kantonen gehen enorme Beträge durch die Lappen, doch das ist noch nicht genug:

Wegen der Frankenstärke haben Export orientierte Firmen ein Währungsproblem. Ihre Produkte sind für das Ausland zu teuer. Preislich können Schweizer Firmen kaum mehr mit den ausländischen Produzenten mithalten. Damit gehen Aufträge verloren und Gewinnmargen reduzieren sich auf ein Minimum. Economiesuisse schlägt nun gleich mehrere Massnahmen zur Linderung der Probleme vor:

Per sofort sollen die Unternehmen keine Steuern mehr bezahlen müssen! Alle Firmen, egal ob Import- oder Exportunternehmen, sollen entlastet werden. Wie bereits erwähnt: wir haben schon die Unternehmenssteuerreform II. Dieser Vorschlag von Economiesuisse ist kaum nachvollziehbar. Weder sind alle Betriebe  vom Problem betroffen, noch kann sich der Staat erlauben auf diese Steuereinnahmen zu verzichten. Ausserdem haben viele Unternehmen bis vor kurzem Gewinne geschrieben. Kaum sind die Zahlen rot soll der Staat einschreiten. Die Nationalbank hat innert kürzester Zeit den Wechselkurs vom 1.03 auf 1.17 korrigiert. Die Krise hat ihren Höhepunkt längst überschritten. Steuerfreiheit für Unternehmen wäre eine Frechheit.

Economiesuisse will neben der Steuerfreiheit auch Löhne kürzen und Arbeitszeiten verlängern. Dies soll der Arbeitsplatzsicherung dienen und den Unternehmen Luft verschaffen. Man betont, dass die Löhne nur befristet gesenkt werden sollen, doch wer garantiert dies? Der Rundumschlag der Economiesuisse geht auf Kosten des Staates und der Arbeitnehmer und ist nicht akzeptabel. Geduld wäre nun angebracht. Die Nationalbank arbeitet stetig am Wechselkurs, solange müssten die Unternehmen aushalten können.

Text: sb
Bild: yourmoney.ch 

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