Stumm und stoisch durch die Weihnachtszeit
Erstellt am Dezember 1, 2011
Jeden Dienstagabend um 20:30 Uhr öffnet das Filmfoyer Winterthur die Türen des Kinos Loge um – fernab allen Mainstreams – Cineasten anzulocken. Gezeigt werden keine Hollywood-Blockbuster sondern anspruchsvolle und gehaltvolle Kost – so z.B. Filmzyklen zu eigenwilligen Themen, Retrospektiven zu aussergewöhnlichen Filmemachern und unvergessenen SchauspielerInnen, berühmte Klassiker der Filmgeschichte und exklusive Highlights aus dem aktuellen Filmschaffen.
Als Gegenpol zu der noch lauteren Welt im Dezember – Weihnachts- und Endjahreshektik lassen grüssen – wird es im Kino Loge angenehm ruhig. Gezeigt werden Stummfilme einer längst vergangenen Ära – den goldenen Zwanzigern. Einem jener Filmgrössen wird speziell gehuldigt. Buster Keaton, nebst Chaplin und Lloyd einer der Stars der Stummfilmzeit, erwacht an den Dienstagen, 6., 13., 20. und 27. Dezember 2011 zu neuem Leben. Keaton wird als stoische, trotz Inkompetenz auffällig selbstsichere und drahtige Filmfigur bezeichnet. In seinen Filmen trägt er einen flachen Hut und einen fertiggebundenen und mit Gummiband befestigten Schlips, statt einer wie damals üblichen Fliege. Viel nachgedacht bzw. gerätselt worden ist über seinen versteinerten Gesichtsausdruck, genannt «the great stone-face». Nichts liess sich aus diesem Gesichtsausdruck erkennen: Nichts, nichts Menschliches, keinerlei Emotionen – sondern Mechanik und Ödnis.
Erste Filmauftritte feierte Keaton in Komödien von Arbuckle. Nach der Trennung von diesem, feierte die erste Komödie am 30. September 1920 Premiere – produziert von Keaton. Weitere 30 nahezu ausnahmslos perfekte Komödien sollten folgen.
Wenn man bedenkt, wie anspruchsvoll es sein muss, ohne Worte eine schauspielerische Glanzleistung zu vollbringen, ist es wohl angebracht, dieses Können entsprechend zu würdigen.
Wie wohltuend muss es für den Kinogänger sein, statt Endlos-Dialoge-Monologe-Geballer-Gestöhne nur Augen und Herz zu öffnen. Bestimmt liefern auch über 90 Jahre alte Stummfilme genug Stoff für angeregte Gespräche und Diskussionen.
Wer sich bis folgenden Sonntag, 4. Dezember per Mail (kultur@wintiloewe.ch) bewirbt, nimmt an der Verlosung von zwei Freikarten des filmfoyers teil. Mitmachen und weitersagen!
Das detaillierte Filmprogramm und weitere Infos: www.filmfoyer.ch
Text: ci
Bild: filmfoyer

