Der Teddybär kommt nach Winterthur
Erstellt am März 31, 2012
In Zürich habens grosse Kunstprojekte im öffentlichen Raum zur Zeit sehr schwer. Seit 2009 wird der Hafenkran an der Limmat durch alle politischen Räte und Diskussionsforen getrieben wie die sprichwörtliche Sau durchs Dorf. Dabei versuchten Vertreter der Kunstszene mit gebetsmühlenartigem Wiederholen der Parolen, wie wichtig Kunst im öffentlichen Raum sei, das Projekt zu stärken. Auf der anderen Seite plädieren vornehmlich Kreise ohne grossen Bezug zur zeitgenössischen Kunstszene, die enormen finanziellen Beträge für diesen sinnlosen Hafenkran könne viel besser für Bildung oder Verkehr eingesetzt werden.
Dass solch diametral gegenüberliegende Meinungen kaum kompromissfähig sind, liegt auf der Hand. So erstaunt es wenig, dass ein neues künstlerisches Grossprojekt bereits mit kritischen Stimmen bedacht wurde. Der gigantische Teddybär des Schweizer Künstlers Urs Fischer, welcher diesen Sommer im Rahmen der «Art and the City» in Zürich aufgebaut werden soll, hat sogleich wieder die selben Argumentarien auf beiden Seiten aktiviert – mit identisch kleinen Aussichten auf einen Kompromiss wie beim Hafenkran. So könnte sich auch die Umsetzung dieses Projektes über Jahre hinziehen.
Nun kommt jedoch Rettung von unerwarteter Seite. Durch die Vermittlung des bekanntermassen kulturnahen abtretenden Stadtpräsidenten Ernst Wohlwend kamen die Zürcher Initianten in Kontakt mit den Verantwortlichen des Winterthurer Bauprojektes Archhöfe im Zentrum der Stadt. Sowohl die Projektleiter von BDE Architekten als auch der ausführenden Halter Generalunternehmungen hatten von Beginn an ein offenes Ohr und arbeiten entschlossen an der Realisierung.
Da ein ursprünglich geplantes Paket von Kunst-am-Bau-Projekten für die Archhöfe nicht ausgeführt wird, steht das dafür geplante Budget nun bereit, um den kolossalen Teddybär nach Winterthur zu holen. Direkt gegenüber des Bahnhofes, wo täglich über 120’000 Personen verkehren, wird die 16 Tonnen schwere Skulptur zum Stehen bzw. zum Sitzen kommen. Bis Ende 2012 wird die Belastbarkeit des Vorplatzes überprüft und ergänzt, damit anschliessend mit der Gestaltung begonnen werden kann. Und im Frühling 2013 wartet zur Eröffnung des markanten Geschäfts-, Büro und Wohnhauses bereits ein unübersehbares Maskottchen auf die neugierigen Besucher.
Weitere Infos: www.archhoefe.ch
Visualisierung: DigiReal GmbH
Text: mh
Kommentare (1)


natürlich – leider – war das nur ein aprilscherz. wenn schon, dann würden wir an der stelle einen stolz brüllenden winterthurer löwen aufstellen!